Kreis der Unterstützung
Thema: Resilienz
Emotionale Intensität: Niedrig
Format: Unterstützende Übung
Quelle / Autor: Adaptiert von Valeriia Tkachenko (NGO STAN, Ukraine)
Thema
Resilienz
Ebenfalls relevant für
Emotionales Wohlbefinden, gegenseitige Unterstützung, Gruppenzusammenhalt
Ziel (Lernschwerpunkt)
Den Teilnehmer*innen dabei helfen, innere Ressourcen wiederherzustellen und durch einen sicheren, reflektierenden und unterstützenden Austausch das Gefühl gegenseitiger Fürsorge und gegenseitigen Vertrauens zu stärken.
Zielgruppe
Jugendliche (16–25) / junge Erwachsene (18–35)
Gruppengröße
6–20 Teilnehmer*innen
Dauer
30–40 Minuten
Benötigte Materialien
Kleine Blätter Papier (mehrere pro Teilnehmer*in)
Stifte oder Marker
Ein Behälter (Hut, Schachtel oder Tasche)
Im Kreis angeordnete Stühle
Optional: leise Hintergrundmusik (nur mit Zustimmung der Gruppe)
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Rahmen und Sicherheit (10 Minuten)
Ordnen Sie die Stühle im Kreis an. Erklären Sie, dass der Schwerpunkt der Übung auf sanfter Unterstützung und Ermutigung liegt.
Stellen Sie Folgendes klar:
Die Teilnahme ist freiwillig
Niemand muss persönliche oder sensible Geschichten teilen
Die Botschaften sollen unterstützend, neutral und respektvoll sein
Fragen Sie die Gruppe, ob sich leise Hintergrundmusik angenehm anfühlt; verwenden Sie sie nur, wenn alle zustimmen.
2. Unterstützende Botschaften schreiben (10–15 Minuten)
Geben Sie jede*r Teilnehmer*in mehrere kleine Blätter Papier (idealerweise eines pro Teilnehmer*in).
Bitten Sie die Teilnehmer*innen, kurze, fürsorgliche Botschaften zu schreiben, die jemanden in einem schwierigen Moment unterstützen könnten. Die Botschaften sollten allgemein und nicht direktiv sein.
Beispiele:
„Du darfst dich ausruhen.“
„Atme durch – du hast genug getan.“
„Kleine Schritte sind wichtig.“
„Du bist nicht allein.“
Planen Sie etwa eine Minute pro Botschaft ein.
Die Teilnehmer*innen können sich entscheiden, nicht zu schreiben; auch das Beobachten ist akzeptabel.
3. Austausch von Unterstützung (10 Minuten)
Wählen Sie abhängig davon, womit sich die Gruppe wohlfühlt, eine der folgenden Optionen:
Wenn alle Botschaften geschrieben haben:
Jede*r Teilnehmer*in behält eine Botschaft und gibt die übrigen Zettel an die Person zu ihrer Rechten weiter. Jedes Mal, wenn sie einen neuen Stapel erhält, nimmt sie einen Zettel und gibt den Rest weiter, bis alle mehrere Botschaften haben.
Wenn einige Teilnehmer*innen nicht geschrieben haben:
Sammeln Sie alle Zettel in einem gemeinsamen Behälter. Geben Sie ihn im Kreis herum; jede*r Teilnehmer*innen zieht jeweils einen Zettel, bis alle die gleiche Anzahl haben.
Das Vorlesen der Zettel ist optional; die Botschaften sind in erster Linie für die persönliche Reflexion bestimmt.
4. Abschließende Reflexion und Erdung (5–10 Minuten)
Bitten Sie die Teilnehmer*innen, ihre Zettel still zu lesen und einen auszuwählen, der sie im Moment am meisten anspricht.
Optionale Reflexionsfragen:
„Wie war es, Unterstützung zu geben?“
„Wie war es, sie zu erhalten?“
Schließen Sie mit einer kurzen Erdungsübung ab (z. B. einigen tiefen Atemzügen oder einem achtsamen Schluck Wasser).
Erwartete Ergebnisse (für die Teilnehmer*innen):
Gestärktes Gefühl von Vertrauen und Gruppenzusammenhalt
Verringerte emotionale Anspannung
Gestärkte Selbstwahrnehmung und Resilienz
Verbesserte Fähigkeit, wertfreie Unterstützung zu geben und anzunehmen
Hinweis zur traumainformierten Vorgehensweise:
Teilnahme und Austausch sind jederzeit freiwillig
Vermeiden Sie persönliche Erzählungen oder Interpretationen
Ermöglichen Sie Pausen und Stille, wenn Emotionen aufkommen
Anpassung (Kontext / interkulturell / Alter):
Erwachsene: Passen Sie die Botschaften an die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder an Sorgearbeit an
Online: Verwenden Sie Padlet, Jamboard oder Google Forms für anonyme Botschaften
Besonders sensible Gruppen: Die Teilnehmer*innen können nur für sich selbst schreiben oder einfach beobachten
Empfehlungen für Moderierende:
Leben Sie eine ruhige Präsenz und Respekt vor Stille vor
Analysieren oder kommentieren Sie die Zettel der Teilnehmer*innen nicht
Achten Sie auf die emotionale Sicherheit und unterbrechen Sie bei Bedarf
Beenden Sie die Übung immer mit Erdung oder Körperwahrnehmung