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Position beziehen (unterschiedliche Standpunkte)

Thema: Resilienz

Emotionale Intensität: NIEDRIG

Format: Unterstützende Übung

Quelle / Autor: In Anlehnung an Praktiken des partizipativen Dialogs und der politischen Bildung


Thema

Resilienz

Ebenfalls relevant für

Interkultureller Dialog, Partizipation, demokratische Kultur, Gemeinschaft und Inklusion

Ziel (Lernschwerpunkt)

Die Teilnehmenden dabei unterstützen, ihre Perspektiven zum Ausdruck zu bringen, unterschiedlichen Standpunkten zuzuhören und durch räumliche Positionierung und respektvollen Austausch konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen.

Zielgruppe

Jugendliche (14–18) / Junge Erwachsene (18–35)

Gruppengröße

8–25 Teilnehmende

Dauer

 20–35 Minuten

Benötigte Materialien

Freier Raum; zwei deutlich markierte Bereiche oder Ecken


Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Einrichten des Raums (3–5 Min.)
    Markieren Sie zwei gegenüberliegende Seiten des Raums, die zwei Positionen darstellen (z. B. „zustimmen“/„nicht zustimmen“ oder „dies“/„das“). Erklären Sie, dass ein Wechsel der Positionen erlaubt und erwünscht ist.

  2. Aussagen & Positionierung (10–15 Min.)
    Lesen Sie eine Aussage vor, die sich auf das Gemeinschaftsleben, Inklusion oder Alltagserfahrungen bezieht. Es wird empfohlen, die Aussagen in drei Ebenen zu strukturieren, wobei Sie von leichteren und konkreteren Aussagen zu etwas reflektierteren übergehen, um Ihre Zielgruppe besser zu verstehen. Einige Beispiele sind: „Humor hilft Menschen, in einer Gruppe schnell Kontakt zu knüpfen“ und „Wohlbefinden und Zugehörigkeit sind nicht immer dasselbe“. Sie können Ihre Aussagen je nach Zielgruppe und dem Kontext, in dem Sie die Übung durchführen, anpassen, aber ein guter Test dafür, was eine gute Aussage ist, lautet: Ein*e Teilnehmer*in sollte in der Lage sein, eine Position zu wählen, ohne sich bloßgestellt, beschämt oder dazu gedrängt zu fühlen, die eigene persönliche Geschichte rechtfertigen zu müssen.

Die Teilnehmer*innen begeben sich auf die Seite, die ihre Sichtweise am besten widerspiegelt.

  1. Kurze Austauschrunde (5–10 Min.)
    Laden Sie bis zu 2–3 Teilnehmer*innen von jeder Seite ein, kurz zu erzählen, warum sie sich für diese Position entschieden haben (jeweils max. 30 Sekunden, um den Fluss und die Sicherheit zu gewährleisten).

  2. Reflexion & Bewegung (5 Min.)
    Nachdem sie die Argumente gehört haben, können die Teilnehmenden die Seite wechseln, wenn sich ihre Perspektive geändert hat. Moderieren Sie eine kurze Gruppenreflexion darüber, wie es sich angefühlt hat, zu stehen, zuzuhören oder die Position zu wechseln.


Erwartete Ergebnisse (für die Teilnehmer*innen):

– Gesteigertes Bewusstsein für unterschiedliche Perspektiven innerhalb einer Gruppe
– Übung im respektvollen Zuhören und im Äußern von Meinungen
– Geringere Angst vor Meinungsverschiedenheiten
– Stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit trotz unterschiedlicher Ansichten

Hinweis zur traumainformierten Vorgehensweise:

– Die Aussagen müssen vorab ausgewählt werden und dürfen keine Traumata auslösen
– Die Teilnahme an der Diskussion ist freiwillig; es ist in Ordnung, schweigend dazustehen
– Neugier ist wichtiger als Debatte oder Überzeugungsarbeit

Anpassung (Kontext / interkulturell / Alter):

Verwenden Sie bei interkulturellen Gruppen Aussagen, die sich auf Alltagserfahrungen beziehen, anstatt auf politische oder identitätsbezogene Themen.

Bei der Arbeit mit jüngeren Teilnehmenden oder als vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung von Konfliktsituationen empfiehlt es sich, die BAKK-Methode als strukturierten Ansatz zu nutzen, um die eigene Position respektvoll und klar zum Ausdruck zu bringen.

Empfehlungen für Moderierende:

Stellen Sie Meinungsverschiedenheiten als normalen und wertvollen Teil des Gemeinschaftslebens dar. Vermeiden Sie es, die Übung als Debatte zu gestalten. Achten Sie auf den emotionalen Ton und greifen Sie ein, wenn Diskussionen persönlich werden oder polarisieren. Die BAKK-Methode sollte offen kommuniziert und zur Verwendung in Aussagen gefördert werden.


Was ist die BAKK-Methode?

Die BAKK-Methode (aus dem englischen DESC – describe, explain, specify, consequences) ist eine strukturierte Kommunikationstechnik, mit der man seine Sichtweise klar und respektvoll zum Ausdruck bringen kann, insbesondere in Situationen, in denen Meinungsverschiedenheiten oder Spannungen bestehen. Sie findet breite Anwendung in den Bereichen Konfliktmanagement, selbstbewusste Kommunikation und Moderation.

Das Akronym steht für:

  • B – Beschreiben
    Schildern Sie die Situation sachlich und neutral, ohne Wertung oder Interpretation.

  • A – Ausdrücken
    Teilen Sie Ihre Gefühle, Reaktionen oder Bedenken bezüglich der Situation mit.

  • K – Konkretisieren
    Formulieren Sie klar und deutlich, was Sie sich wünschen oder was sich ändern soll.

  • K – Konsequenzen
    Erläutern Sie die positiven Ergebnisse oder Auswirkungen, wenn die Änderung eintritt (oder manchmal auch die Auswirkungen, wenn sie nicht eintritt).

Diese Struktur hilft den Beteiligten, Schuldzuweisungen, Verallgemeinerungen oder Eskalationen zu vermeiden und stattdessen konstruktiv und auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen zu kommunizieren.

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