Offener Dialog für den Frieden
Thema: Gemeinschaft & Inklusion
Emotionale Intensität: MITTEL
Format: Kernübung
Quelle / Autor: Entwickelt von Yulia Liubych & Yaroslav Minkin (STAN, Ukraine)
Inspiriert von „Reconciliation: Signposts along the Way“ von Enver Djuliman
Unterstützt von der Europäischen Kulturstiftung und dem Polit-Forum Bern (2022)
Thema
Gemeinschaft & Inklusion
Ebenfalls relevant für
Werte, Friedensförderung, demokratische Kultur, interkultureller Dialog
Ziel (Lernschwerpunkt)
Förderung eines sinnvollen, inklusiven Dialogs über Frieden, Vertrauen und Zusammenleben, um gegenseitiges Verständnis, Empathie und gemeinsame Verantwortung innerhalb vielfältiger Gemeinschaften zu stärken.
Zielgruppe
Jugendliche (16–18) / junge Erwachsene (18–35)
Gruppengröße
5–10 Teilnehmer (1 Spiel)
Dauer
60–120 Minuten
Benötigte Materialien
Tisch und Stühle; ausgedruckte „ Bausteine des Friedens“-Karten; leere Karten; Stifte; optional: Leichte Verpflegung
DAS MODERATIONSKIT „OFFENER DIALOG FÜR DEN FRIEDEN“
Das Moderationskit „Offener Dialog für den Frieden“ wurde von Yuliia Liubych und Yaroslav Minkin auf der Grundlage des Buches von Enver Juliman „Versöhnung: Wegweiser auf dem Weg“ erstellt. Es dient der Durchführung sinnstiftender Veranstaltungen zum Internationalen Tag des Friedens in der Ukraine und weltweit. Dieses Moderationskit wurde mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen ihres Programms „Eastern Partnership Civil Society Fellowship“ erstellt.
Für den Inhalt sind ausschließlich die Autor*innen verantwortlich; er spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union wider. Die Methodik wurde 2022 in der Ukraine und in der Schweiz im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Jugendorganisation „STAN“ (Ukraine) und dem Polit-Forum Bern (Schweiz) mit Unterstützung der Europäischen Kulturstiftung erprobt. Die Autoren führten zudem offene Dialoge für den Frieden in der Tschechischen Republik, in Georgien, in Deutschland und in Finnland durch.
Über diesen Link können Sie sich mit den Inhalten des Sets vertraut machen
Die druckbare Version können Sie über diesen Link herunterladen
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Vorbereitung des Raums (10–15 Min.)
Schaffen Sie eine ruhige, einladende Atmosphäre, in der alle Teilnehmenden auf gleicher Höhe sitzen (ein Tisch, eine Tischdecke und Stühle sind die beste Option, sofern sich alle damit wohlfühlen). Legen Sie die „ Bausteine des Friedens “-Karten in die Mitte des Tisches. Betonen Sie die freiwillige Teilnahme, respektvollen Umgang und eine vorurteilsfreie Atmosphäre.Eröffnung und Einordnung des Dialogs (10–15 Min.)
Stellen Sie das Moderations-Toolkit „offener Dialog für den Frieden“ vor und erklären Sie, dass es bei dieser Sitzung um einen Dialog und nicht um eine Debatte geht. Führen Sie kurz in die Konzepte des negativen Friedens (Abwesenheit von Gewalt) und des positiven Friedens (Vorhandensein von Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechten) ein. Laden Sie die Teilnehmenden ein, den Kontext zu definieren, in dem Frieden thematisiert wird (Gemeinde, Schule, Gesellschaft). Erklären Sie, dass das Ziel darin besteht, die Bausteine in einer Rautenform anzuordnen, wobei der oberste die wichtigste Voraussetzung für Frieden und der unterste die unwichtigste darstellt. Es ist wichtig, dass sich alle über die Platzierung jedes einzelnen Bausteins einig sind. Die Teilnehmenden können auch bestehende Konzepte verwerfen und eigene entwickeln, die noch nicht vorhanden sind, die sie aber für notwendig erachten (Hauptsache, alle sind sich darüber einig).Dialogprozess (30–60 Min.)
Laden Sie die Teilnehmenden dazu ein, gemeinsam die „Bausteine des Friedens“ zu diskutieren und in folgende Kategorien einzuteilen:
– unverzichtbar für den Frieden
– wichtig, aber zweitrangig
– derzeit weniger relevant
Die Moderatorin bzw. der Moderator bleibt neutral und fördert das Zuhören und das gegenseitige Verständnis, anstatt die Ergebnisse zu lenken. Geben Sie nur bei Bedarf sanfte Anstöße.Reflexion & Abschluss (10–15 Min.)
Fördern Sie die Reflexion mit hilfe offener Fragen wie:
– Was hast DU heute über Frieden gelernt?
– Was hat Dich überrascht oder inspiriert?
– Welche Werte haben Deine Entscheidungen beeinflusst?
– Welchen kleinen Schritt kannst Du in Deinem Alltag in Richtung Frieden unternehmen?
Beenden Sie die Veranstaltung mit einem kurzen Moment der Erdung oder stiller Reflexion, um die emotionale Verarbeitung zu unterstützen.
Erwartete Ergebnisse (für die Teilnehmer*innen):
– Ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit mit der Gemeinschaft und der Zugehörigkeit
– Ein tieferes Verständnis von Frieden als gemeinsamer Verantwortung
– Verbesserte Fähigkeiten im Zuhören und im Dialog
– Mehr Empathie und bürgerschaftliches Engagement
Hinweis zur traumainformierten Vorgehensweise:
– Der Dialog über Frieden kann starke Emotionen hervorrufen; nehmen Sie dies als normal hin
– Die Teilnahme ist freiwillig; Beobachten ist eine gültige Form der Teilnahme
– Lassen Sie bei Bedarf Pausen, Stille oder Erdungsübungen zu
– Vermeiden Sie Debatten, Überzeugungsversuche oder moralische Urteile
Anpassung (Kontext / interkulturell / Alter):
„Die Bausteine des Friedens“ lassen sich an bestimmte Themen anpassen (z. B. Inklusion, Gerechtigkeit, Umwelt).
Geeignet für altersgemischte und interkulturelle Gruppen, drinnen oder draußen.
Für größere Gruppen sollten mehrere Tische und Spiele unter gemeinsamer Moderation eingesetzt werden.
Empfehlungen für Moderierende:
Leben Sie Neutralität, Offenheit und Neugier vor.
Schützen Sie den dialogischen Raum vor Polarisierung oder Dominanz.
Lassen Sie Stille als Teil des Prozesses zu.
Nach dem Dialog können Sie den Kalender nutzen und vorschlagen, gemeinsam kleine Maßnahmen zur Förderung der Menschenrechte zu planen.