Zeichne deinen inneren Arbeitsbereich „Meine innere Welt, in der ich Frieden finde“
Thema: Schule und Arbeit
Emotionale Intensität: Niedrig
Format: Unterstützende Übung
Quelle / Autor: Autoren des Toolkits. In Anlehnung an kunstbasierte psychosoziale und narrative Resilienzpraktiken
Thema
Schule und Arbeit
Ebenfalls relevant für
Konzentration, Motivation, Emotionsregulation, Prüfungs- und Arbeitsstress, Selbstwirksamkeit
Ziel (Lernschwerpunkt)
Den Teilnehmer*innen helfen, sich einen inneren „Arbeitsraum“ vorzustellen, der Konzentration, Selbstvertrauen und Ruhe in der Schule, bei der Arbeit oder in Lernumgebungen fördert und so ihre Fähigkeit zur Selbstregulierung unter Druck stärkt.
Zielgruppe
Jugendliche (14–18) / Junge Erwachsene (18–35)
Gruppengröße
6–25 Teilnehmende (kann für Einzelarbeit angepasst werden)
Dauer
45–75 Minuten (flexibel)
Benötigte Materialien
A4- oder A3-Papier
Filzstifte, Buntstifte, Wachsmalstifte
Optionale Materialien für Collagen
Optional: neutrale Hintergrundmusik (mit Einverständnis)
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einleitung in die Übung (10–15 Min.)
Einführung durch die/den Moderator*in:
„Selbst wenn wir uns in lauten Schulen, stressigen Jobs oder ungewohnten Lernumgebungen befinden, können wir uns einen Ort in unserem Inneren vorstellen, an dem wir uns konzentriert, ruhig und kompetent fühlen. Heute werden wir ein Bild dieses inneren Arbeitsraums erschaffen – einen inneren Ort, an den ihr euch gedanklich erinnern könnt, wenn ihr Konzentration, Ruhe oder Orientierung braucht (keine Antworten erforderlich):
Wann fühlt ihr euch am konzentriertesten oder selbstbewusstesten?
Welche Art von Umgebung hilft euch, euch zu konzentrieren?
Was würde euch helfen, euch bei Prüfungen, Vorstellungsgesprächen oder an Arbeitstagen etwas ruhiger zu fühlen?
2. Kreative Aktivität – „Mein innerer Arbeitsraum“ (25–30 Min.)
Anleitung für die Teilnehmer*innen:
„Zeichne oder gestalte ein Bild deines inneren Arbeitsraums.
Das kann ein realer oder ein imaginärer Ort sein.
Er kann wie ein Raum, ein Ort in der Natur oder ein symbolischer Raum aussehen (zum Beispiel: ein Leuchtturm, eine Bibliothek, eine Werkstatt, ein Berg).
Es gibt kein Richtig oder Falsch – dieser Raum ist nur für euch bestimmt.“
Richtlinien:
Sowohl abstrakte als auch realistische Zeichnungen sind willkommen
Konzentriere dich darauf, wie du dich fühlen möchtest, nicht darauf, wie es aussieht
Schweigen ist erlaubt
3. Optionale schriftliche Reflexion (5–10 Min.)
Bitten Sie die Teilnehmer*innen, Folgendes aufzuschreiben:
Nenne drei Dinge in deinem inneren Arbeitsbereich, die dir helfen, konzentriert oder hoffnungsvoll zu bleiben
Was gibt dir dieser Raum, wenn dir das Lernen oder Arbeiten schwerfällt?
4. Austausch & Reflexion(10–20 Min.)
Der Austausch ist freiwillig und kann erfolgen:
zu zweit
in kleinen Gruppen
oder gar nicht
Anregungen für die/den Moderator*in:
Was habt ihr in euren inneren Arbeitsbereich aufgenommen?
Inwiefern unterstützt euch dieser Raum?
Wann könntet ihr diesen Raum im echten Leben „besuchen“ (vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder einem stressigen Tag)?
5. Sanfter Abschluss (5 Min.)
Visualisierungsübung zum Abschluss:
„Schließe für einen Moment die Augen.
Stelle Dir vor, Du betritst deinen inneren Arbeitsraum.
Achte darauf, wie sich Dein Körper dort anfühlt.
Du kannst jederzeit an diesen Ort zurückkehren, wenn Du Konzentration oder Ruhe brauchst.“
Erwartete Ergebnisse (für die Teilnehmer*innen):
– Gesteigertes Gefühl der Konzentration und inneren Stabilität
– Mehr Selbstvertrauen in schulischen oder beruflichen Situationen
– Ein individuelles mentales Werkzeug zur Stressbewältigung
– Eine stärkere Verbindung zwischen inneren Ressourcen und alltäglichen Herausforderungen
Hinweis zur traumainformierten Vorgehensweise:
– Leistungsdruck vermeiden („gute“ oder „produktive“ Räume)
– Keine Interpretation der Zeichnungen durch andere
– Betonung von Wahlfreiheit, individuelles Tempo und ein Gefühl von Sicherheit
– Musik nur, wenn sie die Gruppe unterstützt
Anpassung (Kontext / interkulturell / Alter):
– Geeignet für Teilnehmer*innen mit geringen Sprachkenntnissen
– Kann für den schulischen Kontext gekürzt werden
– Kann individuell als Reflexionsübung durchgeführt werden
– Jüngere Teilnehmer*innen können von Beispielbildern oder Stichworten profitieren
Empfehlungen für Moderierende:
– Vermeiden Sie „Warum“-Fragen; fragen Sie stattdessen nach „Wie“ oder „Was es bewirkt“
– Machen Sie deutlich, dass es völlig in Ordnung ist, wenn es schwerfällt, sich einen Raum vorzustellen – symbolisch ist ausreichend
– Stellen Sie behutsam einen Bezug zum Alltag her („vor Prüfungen“, „während Vorstellungsgesprächen“)
– Betonen Sie, dass es sich um einen mentalen Ort handelt, nicht um eine Flucht in die Fantasiewelt