Glossar
Dieses Glossar erläutert zentrale Begriffe, die im gesamten Toolkit verwendet werden. Die Definitionen wurden für Fachkräfte der Jugendarbeit und Moderator*innen verfasst, die in sensiblen Kontexten arbeiten. Die Begriffe sollen ein gemeinsames Verständnis und eine konsistente Anwendung der Methodologie in unterschiedlichen Kontexten unterstützen.
Traumainformierte Moderation | Eine Form der Moderation, die Sicherheit, Wahlfreiheit und Einwilligung priorisiert und Druck vermeidet, persönliche Geschichten zu teilen. |
Retraumatisierung | Wenn eine Aktivität unbeabsichtigt überwältende Belastungen reaktiviert, die mit früheren Erfahrungen verbunden sind. |
Binnenvertriebene, Vertreibung | Menschen, die aufgrund von Konflikt, Gewalt, Verfolgung oder Katastrophen gezwungen wurden, aus ihrem Zuhause zu fliehen, jedoch im Unterschied zu Geflüchteten innerhalb ihres eigenen Landes bleiben. |
Dialog nach Konflikten | Dialog nach Konflikten ist ein zentraler Prozess der Friedensförderung, der auf Versöhnung, den Wiederaufbau von Vertrauen und den Übergang von Gewalt zu nachhaltigem Frieden abzielt. Er umfasst inklusive Beteiligungsprozesse mit mehreren Interessengruppen – von gemeinschaftlichen Initiativen auf lokaler Ebene bis hin zu Verhandlungen auf nationaler Ebene –, um Beschwerden zu bearbeiten, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und das erneute Auftreten von Gewalt zu verhindern. |
Containment | Emotionen durch Struktur und Moderation innerhalb sicherer Grenzen halten, damit die Gruppe sie ohne Überlastung verarbeiten kann. |
Sozialer Zusammenhalt | Die Stärke der Beziehungen und das Gefühl der Solidarität unter den Mitgliedern einer Gemeinschaft, häufig als der „Klebstoff“ beschrieben, der die Gesellschaft zusammenhält. Er ist durch ein hohes Maß an Vertrauen, ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl und aktive Teilhabe gekennzeichnet und zielt darauf ab, eine inklusive Gesellschaft mit gleichen Chancen zu schaffen. |
Sicherer Raum | Ein Ort oder eine Umgebung, in der eine Person oder eine Personengruppe darauf vertrauen kann, keiner Diskriminierung, Kritik, Belästigung oder anderem emotionalen oder körperlichen Schaden ausgesetzt zu sein. |
Erdungsübungen | Techniken, die darauf ausgerichtet sind, Sie durch die Konzentration auf den gegenwärtigen Moment und körperliche Empfindungen schnell von emotionalem Schmerz, Angst oder Panik zu lösen. |
Reflexion | Eine strukturierte, zielgerichtete Zeit, die der Betrachtung von Erfahrungen, der Analyse von Handlungen und der Besprechung gewonnener Erkenntnisse gewidmet ist, um Erfahrung in Einsicht zu verwandeln. |
Nachbesprechung | Eine strukturierte Sitzung nach einer Veranstaltung, die dazu dient, die Wirksamkeit eines Workshops zu reflektieren, das Gelernte zu analysieren und Verbesserungen festzulegen. Sie konzentriert sich auf umsetzbare Erkenntnisse – was funktioniert hat, was nicht funktioniert hat und zentrale Schlussfolgerungen – statt Schuld zuzuweisen, üblicherweise innerhalb von 48 bis 72 Stunden, damit die Einzelheiten noch präsent sind. |
Techniken zur Selbstregulierung | Bewusste Strategien zur Steuerung von Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen im Hinblick auf langfristige Ziele oder zur Anpassung an sich verändernde Umstände. Diese Techniken ermöglichen es Einzelpersonen, impulsive Reaktionen zu kontrollieren, Stress zu reduzieren und die Konzentration aufrechtzuerhalten, wodurch Resilienz und bessere Entscheidungsfindung gefördert werden. |
Erfahrungsbasiertes Lernen | Lernen, das von dem ausgeht, was Menschen tun oder erleben, nicht von Vorträgen oder „richtigen Antworten“. |
Partizipative Methodologien | Ansätze, bei denen Teilnehmer*innen den Prozess und das Lernen aktiv mitgestalten und nicht nur Inhalte aufnehmen. |
Nonverbale Teilnahme | Gültige Teilnahme durch Schweigen, Beobachtung, Gesten oder kreativen Ausdruck (ohne zu sprechen). |
Dixit-Karten, Assoziationskarten | Eine Reihe großer, textfreier Spielkarten mit surrealen, fantasievollen und detailreichen Illustrationen. Sie dienen als metaphorische, assoziative oder projektive Instrumente, da ihre traumähnlichen, mehrdeutigen Bilder es Menschen ermöglichen, ihnen unterschiedliche Bedeutungen und Emotionen zuzuweisen. |
Rollenspiel | Eine interaktive Methode, bei der Teilnehmer*innen realistische Szenarien darstellen, um Kommunikations-, Verhandlungs- und Problemlösungsfähigkeiten in einer sicheren Umgebung zu üben. Sie umfasst die Übernahme bestimmter Rollen, um unterschiedliche Perspektiven zu erfahren, und wird häufig für berufliche Weiterbildung, Empathietraining oder die Simulation herausfordernder Situationen aus der realen Welt eingesetzt. |
Aussteigen aus der Rolle | Der Prozess, bewusst aus einer Figur, Rolle oder einem intensiven emotionalen Zustand herauszutreten und zur eigenen Identität zurückzukehren. |